Louisa Schneider ist 23 Jahre alt, als sie mit Greenpeace fünf Brennpunkte der Klimakrise besucht. Drei Jahre später ist ihre Multimedia-Show im Hennefer Kurtheater für meine Familie eine emotionale Achterbahnfahrt.

Zu Besuch im brasilianischen Regenwald

Den Filmen und Fotos von Brandrodungen im brasilianischen Regenwald, bei denen Vögel am Himmel brennen, folgt ein Besuch bei den Yanomami. Dieses indigene Volk schützt den Regenwald durch seine Präsenz und Widerstandskraft. Etwa 14 Prozent der Landfläche Brasiliens sind als »Terra Indígena« ausgewiesen und als Schutzgebiete anerkannt. Hier ist wie in weiteren „Terra Indígena“ der Welt beispielsweise der Abbau von Bodenschätzen verboten. Derzeit machen indigene Völker nur fünf Prozent der Weltbevölkerung aus, schützen aber 80 Prozent der weltweiten Biodiversität.

Louisa Schneider bei den Yanomami

Es geht weiter mit Bildern von schier unglaublicher Zerstörung der Welt. Demgegenüber stehen überall Initiativen, in denen Menschen sich zusammenschließen, um für den Schutz ihrer Lebensräume und Gerechtigkeit zu kämpfen. Louisa Schneider reist mit ihrem Team in den Senegal, nach Grünland, Australien und Kanada.

Eine Teersandfabrik in Nord-Alberta

In Nord-Alberta befindet sich eine Teersandfabrik, deren Emissionen und die damit einhergehende Zerstörung und Ausbeutung von Mensch und Natur dafür verantwortlich sind, dass die Borealwälder auf der nördlichen Erdhalbkugel immer häufiger und heftiger brennen. Kanada hat den internationalen Notstand ausgerufen und um Hilfe gebeten. Und die Welt hat geantwortet. Feuerwehrleute aus Costa Rica, Mexiko, Südafrika, Australien, Neuseeland und einige aus Europa sind gekommen, um zu helfen. Sie leben alle zusammen in einem Camp und bereiten sich auf den nächsten Einsatz vor. Auf die Frage »Warum seid ihr hier? In euren Ländern ist doch ebenfalls viel zu tun.« antwortet einer der Männer: »Grenzen sind nur Linien auf einer Karte. Wir kümmern uns umeinander, nicht wahr?«

 

Geschichten von Gemeinschaft, Mut und Zuversicht

Louisa Schneider gelingt es in ihrer Show und in ihrem Buch, den Finger in die Wunde zu legen, ohne uns verzweifelt und hoffnungslos zurückzulassen. Sie zeigt, dass wir uns zusammentun müssen. Manchmal müssen wir »nur« für die Anwendung internationaler Gesetze kämpfen.

Sie erzählt Geschichten, die verbinden, denn Wandel beginnt mit der richtigen Erzählung. Lasst uns eine neue Geschichte unserer Zukunft erzählen, von Gemeinschaft, Mut und Zuversicht. Das ist ihre Botschaft.

Louisa Schneider: Grad jetzt – warum wir die Hoffnung nicht aufgeben dürfen. ISBN 978-3-95728-783-0